Störe
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Die Störe (Acipenser) sind eine Gattung der Unterfamilie (Acipenserinae) der Ordnung Störartige (Acipenseriformes) und gehören zur Reihe der Knochenfische.
Merkmale
Störe sind recht urtümliche Lebewesen. Ihr Skelett ist nur teilweise verknöchert. An den Seiten befinden sich fünf Reihen von großen Schuppen. Die Schwanzflosse ist asymmetrisch. Der Mund ist unterständig und kann ausgeklappt werden. Vier Barteln dienen den Stören zur Nahrungssuche im Boden. Einige Störarten erreichen in Ausnahmefällen mehr als 5 m Länge, und gehören damit zu den größten Süßwasserfischen, wobei viele Arten nur zum Laichen ins Süßwasser ziehen, und ansonsten im Meer leben. Die größten tatsächlich registrierten und gemessenen Störe waren zwischen 5 und 5,5 m lang, und dabei zwischen 1 und 1,5 t schwer. Anderslautende Meldungen stellen schlichtweg Übertreibungen da. Genaueres über die Missverhältnisse falscher Größenangaben bei Störartigen steht auch unter europäischer Hausen.
Lebensweise
Störe leben sowohl im Süßwasser als auch im Brackwasser und Meer, wobei es aber auch eine Reihe von ausschließlich im Süßwasser lebenden Arten gibt. Die wandernden Formen wachsen im Süßwasser auf, um später ins Meer zu wandern, um dann mit Erreichen der Geschlechtsreife zum Laichen in die Flüsse zurückkehren. Störe werden oft erst sehr spät geschlechtsreif, besonders die Weibchen der großen Arten benötigen zum Teil mehr als 20 Jahre, bis sie zum ersten Mal ablaichen können, während einige kleinere Arten unter guten Umständen schon nach wenigen Jahren die Geschlechtsreife erreichen können. Bemerkenswert ist, dass ein Stör über 150 Jahre alt werden kann. Einen Roten Stör, der 1953 im Lake Winnebago gefangen wurde, schätze man auf ein Alter von 154 Jahre.
Gefährdung
Störe stellen höhere Anforderungen an die Gewässergüte, daher waren sie im westlichen Europa im 20. Jahrhundert fast ausgestorben, obwohl sie noch ein Jahrhundert zuvor in der Elbe so häufig waren, dass sich die Dienstboten in Hamburg ein Privileg ausbaten, nicht öfter als zweimal pro Woche Stör zum Essen zu bekommen.
Ende der 1970er Jahre gingen im Kaspischen Meer noch 20.000 t Stör pro Jahr ins Netz, Im Jahr 2000 waren es weniger als 3.000 t. Trotz aller Schutzmaßnahmen verringert sich der Bestand weiter, was vor allen Dingen auf illegale Raubfischerei zurückzuführen ist.
Störe werden vor allem des Kaviars wegen gefangen. Kaviar ("Rogen") besteht aus den Eiern der weiblichen Störe, die auch als "Rogner" bezeichnet werden, und gilt als hochpreisige Delikatesse.
Der Störfang hat – vor allem seit der Auflösung der UdSSR – zu immer mehr Raubbau in den Gewässern Russlands geführt, so dass auch die dortigen Arten stark bedroht sind. Die Störzucht zum Zweck der Kaviargewinnung hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Letzte Störrückzugsgebiete finden sich im Donaudelta.
1998 wurde der Stör auf Initiative Deutschlands und der USA in das Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen. Seit 2003 bemüht sich die World Sturgeon Conservation Society um den Erhalt und die Regenerierung der weltweiten Störbestände.